Beispiele dafür, dass eine Gesellschaft wie die unsere nicht funktionieren kann, wenn andauernd Druck gemacht wird, gibt es genügend.
du musst unbedingt Geld verdienen, kriegst aberr keine Arbeitsstelle, weil Konzerne, die möglichst viel Gewinn machen wollen, möglichst wenige Kosten haben wollen mit Personal, etc; laufende Kündigungen
du musst möglichst viel arbeiten (wenn möglich mit so vielen Überstunden wie möglich) gegen möglichst wenig Geld --> Ausbeutung)
Wenn du dich diesem System nicht unterwirfst, kein Problem, als Prophylaxe wird die Bevölkerung gegeneinander aufgehetzt
d.h.
- arbeiten, arbeiten ohne Sicherheit auf Existenzgrundlage -->
- keine Zeit für sich selbst und anderen -->
- kein Gespür mehr für sich selbst und andere (auch für die eigenen Kinder nicht) -->
- diese wachsen verwahrlost (auch wohlstandsverwahrlost wenn das Geld keine Mangelware ist) auf -->
- psych. Unwohlsein (der Heranwachsenden und auch der "Ausgewachsenen") -->
- um damit halbwegs zurechtzukommen gibt es verschiedene Strategien
- sich doch etwas mit sich selbst auseinandersetzen - psychisch, körperlich (wer dafür materielle, finanzielle, emotionale, umfeldrelevante Ressourcen hat)
- Drogen (illegale/legale), um sich selbst nicht mehr spüren zu müssen
- andere unterwerfen, ausbeuten, sie gefügig machen (emotional, körperlich, sexuell)
- anderswie "kriminell" werden (z.B. stehlen um z.B. auf sich aufmerksam zu machen oder für den Kick, der es für eine Weile erlaubt, sich selbst nicht spüren zu müssen, o.Ä., oder weil, banal eigentlich, nicht genug Geld da ist, um es sich zu kaufen)
Und dann diese Menschen, eigentlich Produkte der Unmenschlichkeit in unserer Gesellschaft, wegzusperren, ist grausig und krank! Wäre es nur eine Satire, würde ich es als makaber empfinden. Ist aber leider nicht Satire, sondern Realität!
Und eingesperrt, weggesperrt, aussortiert, werden nicht nur die sog. kriminellen (sog. nenn ich sie deshalb, denn was sind die Fädenzieher dieses unmenschlichen Systems wenn nicht kriminell? Nicht kriminell im engeren juristischen Sinn, aber im menschenrechtlichen Sinn!), sondern auch jene, die nicht das "kriminelle" Bild nähren, sondern krank werden: Körperlich, psychisch. Jene, die diesem System nicht (mehr) dienen können (bzw. unsere Gesellschaft auf andere Weise bereichern als monetär): Behinderte, Alte, Kranke. Aber auch da wird versucht, den allerletzten Nutzen aus ihnen herauszuquetschen (dem System zu dienen): Diskussionen übers Pensionsantrittsalter, (Re-)Integration von Erholungsbedürftigen ohne auf ihre Bedürfnisse einzugehen, Streichung von Berufsunfähigkeitspension, Sterbehilfe, etc. etc.
Es ist abscheulich, am liebsten würd ich auswandern, wenn ich stabiler bin. Aber wie komm ich dazu, gehen zu müssen, nur weil ein paar Prozent der Bevölkerung sich einbilden, sie drehen den Lebensqualitäts-Hahn abdrehen zu müssen?
Ich habe die Möglichkeiten, mich wohlzufühlen. Und vielleicht kann ich auch ein bisschen dazu beitragen, die Variabiltät in dieser Gesellschaft (also nicht nur mainstream-maßig: alles läuft dem Geld nach, daneben maximal möglicher Hedonismus, alles andere ist egal - sondern auch achtsam mit sich und anderen umgehen, Werte geben und wahrnehmen, etc.) ebenso zu tragen.