Glaubst du wirklich, dass alles gut sei, wenn du 50 kg weniger auf die Waage bringst?
Dein äußeres Erscheinungsbild mag sich in diesem Fall verändert haben, doch das bedeutet längst noch nicht, dass du anders empfindest, dass deine Freunde anders mit dir umgingen etc.
Erwartest du wirklich, dass deine Freunde dir Anerkennung zollen, wenn du deine blinde Katze aussetzt, obschon du für deine liebevolle und fürsorgliche Seite geschätzt wirst?
Was versprichst du dir eigentlich davon, wenn du dich zerstörst? Denn für den Fall, dass deine Freunde derart oberflächlich sein sollten, wie du es darzustellen pflegst, so mag es vielleicht anfänglich den einen oder anderen Trauertag geben, es mag die eine oder andere Träne fließen, doch schlussendlich werden sie ohne dich möglicherweise ein mindestens genauso tolles Leben wie mit dir führen. Denn wenn die Aussagen, dass du ihnen weitestgehend egal seist, zutreffen sollten, so wird sich das wohl auch nicht schlagartig nach deinem Ableben ändern.
Es mögen verlockende Hoffnungsanker sein, sich einzureden, dass alles gut sei, wenn sich erst A oder B oder sonst etwas änderte, doch letztlich betrügst du dich damit selbst und bringst dich genau um das, was du dir eigentlich wünschen würdest. Du stehst dir selbst im Weg und das nicht aufgrund der adipösen Veranlagung, die du dafür verantwortlich zu machen pflegst, sondern dank deiner eigenen Einstellung und Handlungsweise.
Wie lange möchtest du diesen Blödsinn eigentlich noch fortführen? Wie lange noch die Realität so drehen und wenden, wie es dir gerade passt? Es ist dein Leben und es ist an dir die Verantwortung dafür zu übernehmen, anstatt sie ständig an andere zu delegieren. Du bist erwachsen und es ist deine Entscheidung, was du tun oder lassen willst.
Dass dieser Part wahrscheinlich wie jeder andere, der eine selbstkritische Position erforderlich machte, untergehen wird, kann ich mir zwar schon jetzt vorstellen, doch habe auch ich noch Hoffnung, dass deine Fähigkeit zur Selbstreflexion nicht dauerhaft am Nullpunkt verharrt.
Mit all dem möchte ich nicht behaupten, dass du nicht Unrecht hast erfahren müssen, dass es nicht verständlich sei, dass du unter diesen Umständen Rachegelüste hegst etc., doch neben all den prägenden Faktoren liegt es auch zu einem gewissen Anteil an dir und deiner Entscheidung, ob und wie du damit umgehst. Und auf die von dir bisher praktizierte Weise schadest du dir vorrangig selbst und begibst dich deinen Freunden gegenüber in eine unverhältnismäßig stark fordernde (Hilf' mir! Kümmer' dich um mich! etc.) Position, die diese sich offensichtlich verwehren einzunehmen - was ebenso verständlich ist, wie deine Wut, die daraus resultiert.
Und wo du schon von der nicht veränderbaren Realität anfängst: Deine Forderungen und deine Gefühle sind Teil deiner selbst und demzufolge werden diese -wenn überhaupt- erst durch dich selbst zu einem Teil der Realität. Folglich bedeutete es zumindest rückwirkend keine Veränderung dieser selbst, würdest du dich selbst verändern. Und ob du hier etwas zu ändern anfängst, liegt vorrangig an dir selbst.
Da mein Beitrag bis zu dieser Stelle wahrscheinlich gekonnt ignoriert wird oder du erneut darauf herumzureiten versuchst, dass alles, was dich zu einem Weiterleben bewegen könnte, unerreichbar sei, möchte ich davon abgetrennt noch einige wenige Worte verlieren, für die ich womöglich erst recht kritisiert werde, gleich der Intention sowie dem Umstand, dass es eigentlich nett gemeint war:
Alles Gute zum Geburtstag. Ich hoffe, du feierst mit deinen Erzrivalen zumindest ein wenig

Lieben Gruß
camou